Am 15. September 2026 fand in Berlin die Veranstaltung „Arbeiten im sozialen Bereich in Deutschland – was muss man wissen und können?“ statt. Organisiert wurde sie von den Projekten „Fahrplan Anerkennung beruflicher Abschlüsse Plus II“ (FAbA+ II) und „Frauenpower in Berlin-Mitte“, die von Club Dialog e.V. umgesetzt werden. Mehr als 80 Personen nahmen vor Ort und online teil. Im Mittelpunkt standen die Anerkennung ausländischer Abschlüsse, berufliche Möglichkeiten im sozialen Bereich und die Anforderungen von Arbeitgebern.
Erzieherin, Sozialpädagogin, Psycholog*in – an diese Berufe denkt man häufig zuerst, wenn vom sozialen Bereich die Rede ist. Doch hinter der direkten Arbeit mit Menschen steht ein komplexes System. Soziale Einrichtungen benötigen auch Fachkräfte in Verwaltung, Finanzen, Management, Projektkoordination und weiteren Bereichen.
Sonja Graf, Projektleiterin von „Frauenpower in Berlin-Mitte“, betont: „Die beruflichen Einstiegsmöglichkeiten in diesem Bereich sind vielfältiger, als es auf den ersten Blick scheint. Das ist besonders wichtig für Menschen, die ihre Ausbildung und Berufserfahrung außerhalb Deutschlands erworben haben und herausfinden möchten, wo und wie sie ihre Kompetenzen einsetzen können.“

Eine zentrale Frage für Fachkräfte mit ausländischen Qualifikationen ist, wie ihr Abschluss im deutschen Berufssystem eingeordnet werden kann. Die Beraterinnen des Projekts FAbA+ II, Olha Pantofelman und Yulianna Shcherbaniuk, erläuterten, wie die Anerkennung ausländischer Qualifikationen im sozialpädagogischen Bereich funktioniert: Welche deutschen Referenzberufe kommen infrage? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Und wie läuft das Anerkennungsverfahren ab?
Einen einheitlichen Weg gibt es nicht. Je nach Beruf, Qualifikation und angestrebter Tätigkeit können unterschiedliche Anforderungen gelten. Deshalb ist zunächst zu klären, ob für den jeweiligen Beruf eine formale Anerkennung erforderlich ist und welche Schritte im konkreten Fall notwendig sind.
Ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung war der direkte Austausch mit Arbeitgebern aus dem sozialen Bereich.
Vadim Tschalikow, Geschäftsführung der MILINA gUG, stellte die Arbeit der Organisation vor, die als freier Träger der Jugendhilfe Kindertagesstätten sowie Bildungs- und Kulturprojekte in Berlin betreibt. Er berichtete darüber, welche Fachkräfte gesucht werden, worauf bei der Personalauswahl geachtet wird und wie neue Mitarbeitende in die Arbeitsprozesse eingeführt werden.
Einen weiteren Arbeitsbereich stellte Kateryna Kutsachenko, Psychologin bei ALBATROS gGmbH, vor. ALBATROS bietet unter anderem psychologische Beratung und Krisenintervention für geflüchtete Menschen aus der Ukraine an. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke darin, welche Fachkräfte in diesem Bereich benötigt werden und welche Anforderungen Arbeitgeber an Bewerber*innen stellen.
Der direkte Austausch mit Arbeitgebern ermöglichte einen Blick über formale Anforderungen an Beruf und Abschluss hinaus: Welche Kenntnisse und Kompetenzen werden im Arbeitsalltag tatsächlich gebraucht, und was ist bei der Auswahl neuer Mitarbeitender entscheidend?
Ein zentrales Ergebnis der Veranstaltung: Der berufliche Einstieg in den sozialen Bereich kann sehr unterschiedlich aussehen – über die Anerkennung eines ausländischen Abschlusses, eine zusätzliche Qualifizierung oder eine Tätigkeit, bei der vorhandene Ausbildung, Berufserfahrung und Kompetenzen bereits eingesetzt werden können. Entscheidend ist, sowohl die formalen Anforderungen als auch die Strukturen des Arbeitsfeldes und die Erwartungen der Arbeitgeber zu kennen. Das große Interesse an der Veranstaltung zeigt, wie wichtig berufliche Orientierung, verlässliche Informationen zur Anerkennung von Qualifikationen und der direkte Austausch mit Fachleuten und Arbeitgebern sind.
